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Samstag, 22.09.2007

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Kampagne
Raubkopierer aufgepasst!
(Berlin, im Mai 2006) Seit November 2003 ist die Aufsehen erregende Kampagne der Filmwirtschaft „Raubkopierer sind Verbrecher“ mit Spots, Print-Motiven und spektakulären Aktionen wie „Knast on Tour“ präsent. Der Erfolg spricht für sich: Dank der konzertierten Aktionen der Filmwirtschaft konnte das Brennen und Downloaden zwar nicht aufgehalten, aber im Verhältnis zur verbesserten technischen Ausstattung zumindest im Zaum gehalten werden. Im Jahr 2006 wird die Kampagne mit neuen Internet-Filmen und einer neuen Street-Promotion weitergeführt. Die Maßnahmen machen deutlich, dass Raubkopierer sich auch im Internet nicht sicher fühlen können.

Im November 2003 hat sich die deutsche Filmwirtschaft unter dem organisatorischen Dach der Zukunft Kino Marketing GmbH zusammengeschlossen und gemeinsam mit der Filmförderungsanstalt (FFA) die Kampagne „Raubkopierer sind Verbrecher – eine Initiative zum Schutz des Originals“ ins Leben gerufen. Drastisch-humorvolle Spots und Print-Motive sowie Aufsehen erregende Aktionen sollten die Diskussion anregen und das fehlende Unrechtsbewusstsein des Endverbrauchers schärfen.

Ein erster Etappensieg konnte bereits errungen werden. So belegt die von der FFA in Auftrag gegebene repräsentative Brennerstudie 4 , dass die Bekanntheit der Kampagne „Raubkopierer sind Verbrecher“ im Jahr 2005 deutlich gesteigert werden konnte, von 18 % (2004) auf 31 % (2005). In der Kernzielgruppe der 20- bis 29-Jährigen lag der Wert im August 2005 sogar bei 64 %. Ein weiteres interessantes Ergebnis: Das Unrechtsbewusstsein bei den Kennern der Kampagne ist im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung deutlich erhöht.

Raubkopierer können sich nicht verstecken
Die Zukunft Kino Marketing GmbH hat sich aus diesen Gründen bewusst dafür entschieden, auch im Kampagnenjahr 2006 eine deutliche Tonalität anzuschlagen, um auf das Problem der illegalen Filmkopien aufmerksam zu machen. Im Visier steht dabei vor allem das Internet, das in der Raubkopier-Szene wichtiges Hilfsmittel zur Verbreitung und Beschaffung von illegalen Filmkopien ist. So ging die Kampagne bereits im November 2005 mit ihrem ersten so genannten viralen Spot „Sie kriegen Dich“ – der eigens für das Internet produziert wurde – online. Die Story: Zwei Raubkopierer suchen auf einer Viehweide im Kuhkostüm die perfekte Tarnung vor Polizei und ermittelnden Behörden – ohne Erfolg.

Seit dem 31. Mai 2006 klärt unter dem Motto „Raubkopierer können sich nicht verstecken. Auch nicht im Internet.“ bereits ein zweiter viraler Spot über die Risiken des Raubkopierens auf. In der für die Kampagne bekannten drastisch-humorvollen Tonalität erzählt er die Geschichte eines vermeintlichen Raubkopierers, der sich auf der Flucht vor den Ermittlern auf einem Fußballplatz versteckt. Die erhoffte perfekte Tarnung als Fußball erweist sich am Ende jedoch als sprichwörtliches Eigentor. „Mit den Internet-Spots beschreitet die Kampagne ‘Raubkopierer sind Verbrecher’ neue Vertriebswege. Davor erfolgte die Ansprache der Öffentlichkeit primär über TV und Kino“, sagt Jan Oesterlin, Geschäftsführer der Zukunft Kino Marketing GmbH. „Nun machen wir am Tatort Internet auf humorvolle Art deutlich, dass man sich auch dort nicht dauerhaft vor der Justiz verstecken kann.“  

Neben den viralen Spots ist für die Sommermonate 2006 eine Promotion geplant, die auf die Thematik des „Sich-Nicht-Verstecken-Könnens“ aufsetzt. Zudem wird die bereits bekannte mobile „Knastzelle“ der Kampagne bei der Games Convention in Leipzig und der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin über die Problematik des Raubkopierens aufklären.

Gefahr noch nicht gebannt
Die Weiterführung der Kampagne ist dabei nur ein Baustein im Maßnahmenpaket der Filmwirtschaft. Es ist auch weiterhin notwendig, unvermindert gegen Raubkopien vorzugehen, wie Johannes Klingsporn, Geschäftsführer des Verbandes der Filmverleiher e.V. (VdF), deutlich macht: „Die Gefahr durch Raubkopien ist nicht gebannt, denn man darf nicht vergessen: Die Anzahl der illegalen Filmkopien und Downloads ist weiter angestiegen. Dadurch entsteht der Filmbranche alljährlich ein großer finanzieller Schaden.“ Dies belegt auch die von P4M – Die Internet Agenten und der RWTH Aachen erstellte unabhängige „Available-for-Download (AFD)“-Studie  aus dem Jahr 2005. Sie kam zu dem Ergebnis, dass im Untersuchungszeitraum von Oktober 2004 und März 2005, 2/3 aller Kinofilme online verfügbar waren. Von diesen konnten 1/3 bereits vor dem offiziellen Kinostart, 1/3 am Eröffnungswochenende und der Rest in den nachfolgenden Wochen heruntergeladen werden.

Zu den wirtschaftlichen Schäden kommen weitere Gefahren. So sollte bei Film-Raubkopien das Thema Jugendschutz in der Öffentlichkeit stärkere Beachtung finden. Eltern sind sich oft nicht bewusst, dass sich ihre Sprösslinge in einschlägige Tauschbörsen mit dem Ziel begeben, indiziertes oder pornografisches Material herunterzuladen. Laut einer Analyse der Firma P4M – Die Internet Agenten, die sich auf die Online-Fahndung von Raubkopier-Delikten spezialisiert hat, werden im Internet sogar Filmtitel angeboten, die nach §131 StGB gerichtlich beschlagnahmt wurden und somit als hochgradig jugendgefährdend einzustufen sind.

„Raubkopien richten großen Schaden an. Auf lange Sicht steht nicht nur die Existenz des Kulturgutes ‘Film‘ sondern der gesamten Filmbranche mit allen daran hängenden Arbeitsplätzen auf dem Spiel. Daher wird die Filmwirtschaft weiterhin an einem Strang ziehen und gegen das Raubkopieren vorgehen“,  sagt Jan Oesterlin. „Wir können und werden den Diebstahl von Filmen auch in Zukunft nicht tolerieren.“

Quelle: Filmförderungsanstalt (FFA), August 2005. Befragungszeitraum: Januar bis Juni 2005. Schriftliche Befragung innerhalb des GfK-Media*Scope Panels. 10.000 Personen, repräsentativ für 63,8 Millionen private, deutsche Personen ab zehn Jahren. Die detaillierte Studie ist als PDF-Datei unter http://www.ffa.de abrufbar.

Die AFD-Studie wurde am 12. Juli 2005 im Rahmen eines Media Round Tables der Presse erstmals präsentiert. In der Studie wurden alle Kinofilme mit Start in deutschen Kinos zwischen Oktober 2004 und März 2005 erfasst und analysiert. Zum Finden der Raubkopien im Internet wurden alle relevanten Portale und Tauschbörsen untersucht. Hierbei wurden auch „neuere“ Verbreitungswege wie Exeem, BitTorrent, und News Server konsequent berücksichtigt, was eine präzise Erfassung und Beurteilung der Raubkopien im Internet ermöglichte.

Teaser

Zitat Teaser
"Jeder Erfolg für die GVU ist ein Erfolg für den Film!"
- Johannes Klingsporn, Geschäftsführer Verband der Filmverleiher e.V.
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