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Auf illegal folgt nicht legal! - Unabhängige Universitäts-Studie belegt die Auswirkung von Filesharing auf die Filmwirtschaft
Unabhängige Universitäts-Studie belegt die Auswirkung von Filesharing auf die Filmwirtschaft
Unabhängige Universitäts-Studie belegt die Auswirkung von Filesharing auf die Filmwirtschaft

(Weimar, 26. September 2004) Kommen Ihnen diese Statements bekannt vor? "Filme sauge ich nur, um sie kurz Probe zu sehen. Danach gehe ich natürlich ins Kino." Und als Schlussfolgerung: "Filesharing ist nicht verantwortlich für die Verluste der Filmindustrie." Aussagen, die man so oder ähnlich in einschlägigen Foren lesen kann. Jetzt aber widerlegt eine an der Universität Weimar erstellte wissenschaftliche Studie diese Behauptungen. Erstmalig konnte nachgewiesen werden, dass zum Beispiel die Mehrheit der Raubkopierer die Filme, die bereits illegal gesehen wurden, nie oder selten legal konsumiert.

Die an der Universität Weimar erstellte Studie belegt zum ersten Mal den Zusammenhang zwischen illegalem Film-Download und legalem Filmkonsum. Dazu wurden von Mai bis August 2004 in einer Online-Umfrage insgesamt 837 User sieben verschiedener Tauschbörsen befragt. "Ziel der Studie war es unter anderem, herauszufinden, welche Motivationen Film-Filesharer treibt und welche Konsequenzen sich aus dem Film-Download für die Industrie ergeben", erläutert Victor Henning, Autor der Studie.

Download = Kein darauf folgender legaler Filmkonsum. Zumindest auf die Mehrheit der Befragten lässt sich diese Gleichung anwenden. Während 56 Prozent der Umfrageteilnehmer den Kinobesuch ganz oder überwiegend ausschließt, ist dieser Effekt beim DVD-Verleih und -Verkauf noch stärker: Hier gaben 67 Prozent (DVD-Verleih) bzw. 63 Prozent (DVD-Verkauf) der Befragten an, den Film später nie oder selten auf DVD auszuleihen oder diesen zu kaufen.

Besonders erschreckend ist die Auswirkung von illegaler Filmnutzung bei der Gruppe der Nicht-Downloader, also denen, die zwar nicht selbst illegal downloaden, aber sich bei anderen mit Raubkopien versorgen. Hier meinten 74 Prozent, sie griffen "selten" oder "nie" auf das Filmangebot der Videotheken zurück, nachdem sie den Film illegal gesehen hätten.

Motivationen der Raubkopierer
In der Befragung kristallisierte sich ganz klar eine Hauptmotivation für die illegale Filmnutzung heraus: Die Teilnehmer der Studie downloaden Filme, weil es kostenlos ist. Über zwei Dritteln der User, insgesamt 73 Prozent, ist diese Tatsache "wichtig" bis "sehr wichtig". Zudem gaben die Befragten an, der DVD-Kauf sei zu teuer (63 %), ebenso wie der Kinobesuch (50 %).

Diese Annahmen können jedoch leicht widerlegt werden: So kostet eine Kinokarte im Durchschnitt 5,81 Euro – und ist damit nur 31 Cent teurer als 1998. Ähnliches gilt für DVDs. Nach Berechnungen des Bundesverbandes Audio-Visuelle Medien beträgt der Durchschnittspreis sämtlicher auf dem Markt befindlicher DVDs nur noch 14,13 Euro.

Im Gegensatz zu anderen Studien oder Empfehlungen widerlegt die Untersuchung von Victor Henning die Behauptung, moralische Beweggründe könnte die Nutzung von illegalen Filmangeboten aufhalten. Nur insgesamt 17 % der Film-Downloader gaben an, dass moralische Aspekte sie eventuell vom Download abhalten könnten.

"Die Zahlen der Weimarer Studie bestärken uns, auch weiterhin intensiv gegen illegale Filmnutzung zu kämpfen", kommentiert Dr. Elke Esser, Geschäftsführerin der Zukunft Kino Marketing GmbH, die Studie. "Daher werden wir auch in Zukunft mit der Kampagne ‚Raubkopierer sind Verbrecher' die Rechtsfolgen verdeutlichen, in öffentlichen Institutionen wie Schulen aufklären und natürlich die zivil- und strafrechtliche Verfolgung weiter vorantreiben." Denn letztendlich kämpft die Filmwirtschaft für das, was Raubkopierern so viel bedeutet: 85,4 Prozent der Befragten gaben an: "Film ist sehr wichtig für mich."


Teaser

Zitat Teaser
"Wenn Ideen nicht geschützt werden, lohnt es nicht mehr, welche zu haben."
- Dr. Andreas Kramer, Geschäftsführer Hauptverband Deutscher Filmtheater e.V.
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