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Donnerstag, 22.02.2007

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Operation Fastlink
Operation Fastlink
(Berlin, im April 2004) Meldungen über Aktionen gegen Raubkopierer liest man mittlerweile fast so häufig wie den Wetterbericht. Während wir uns der Wetterlage entsprechend immer luftiger kleiden, müssen sich Raubkopierer auch weiterhin warm anziehen. Wie empfindlich kalt ihnen der Wind entgegenschlagen kann, zeigt die am 21. April 2004 vom FBI und dem
US-Justizministerium in elf Ländern durchgeführte Razzia gegen Raubkopierer.



Die als Operation Fastlink durchgeführte Aktion ist nach Angaben des Ministeriums das "weit reichendste und aggressivste" Vorgehen gegen Produktpiraterie im Internet gewesen, das jemals stattgefunden hat. Innerhalb von 24 Stunden fanden mehr als 120 Hausdurchsuchungen in elf Ländern statt. Zu diesen Ländern gehören neben den USA auch Deutschland, Belgien, Frankreich, Dänemark, Ungarn, Israel, die Niederlande, Singapur,
Schweden und Großbritannien. Ins Netz gingen den Fahndern etwa 100 Personen, die zum Teil als führende Köpfe verschiedener Raubkopierer-Banden enttarnt werden konnten.

Im Visier der Fahnder standen Software-, Musik- und Film-Raubkopierer aus so genannten "Warez Release Groups". Schwer getroffen wurden bei dieser Aktion die in der Szene gut bekannten Gruppen wie Fairlight, Kalisto, Echelon, Class und Project X und APC. Ihr Ziel: illegal kopierte Produkte ins Internet zu stellen und weltweit zum Download anzubieten. Als "Versorgungsquelle" deponieren sie die Kopien auf Warez-Servern. Ausgewählte User ziehen sich die Kopien runter und verteilen sie über weitere Tauschbörsen. Die Strukturen dieser Gruppen muten laut den US-Ermittlern mafios an: Die Mitglieder sind stark hierarchisch organisiert und die hochrangigen Köpfe rekrutieren regelmäßig neue Mitglieder. Die Gruppen sind sich der Illegalität ihres Treibens durchaus bewusst. Die Ermittler bekamen einen guten Einblick in die raffinierten technischen Sicherheitsmaßnahmen, die die Gruppen benutzen, um von den Fahndern nicht erwischt zu werden.

Die jüngste Aktion macht allerdings unmissverständlich klar: Niemand kann sich im illegalen Raubkopie-Netzwerk sicher fühlen. Insgesamt wurden mehr als 200 Computer, darunter 30 Server, die als Verteilstation für tausende Raubkopien dienten, beschlagnahmt. Allein auf einem Server in den USA seien 65.000 verschiedene gestohlene Titel gefunden worden. Der Wert der sichergestellten Musik-, Software- und Filmkopien wird auf 50 Millionen Dollar
geschätzt, so die Behörden. Über etwaige Festnahmen wurden bis zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Angaben gemacht.

Die Erfolgsmeldung beinhaltet aber auch eine weitere Nachricht an die Raubkopierer, die sie Ernst nehmen sollten: Niemand wird mehr durch geografische Grenzen geschützt sein. War die Mitte März erfolgreich durchgeführte Durchsuchungsaktion "nur" auf Deutschland konzentriert, ist die jüngste Aktion ein Vorgeschmack auf das weltweit koordinierte Vorgehen
gegen Raubkopien.

Die internationale Zusammenarbeit der Raubkopie-Fahnder ist zwingend notwendig. Nicht nur weil die illegalen Produkte in erster Linie über das Internet vertrieben werden, und somit an keinen Grenzen halt machen. Sondern auch, weil Raubkopien ein globales Problem darstellen, das die Wirtschaft in allen betroffenen Ländern schädigt. Wie gut diese Zusammenarbeit heute funktioniert, hat die Operation Fastlink auf eindrucksvolle Weise bewiesen.


Teaser

Zitat Teaser
"Raubkopierer sollten sich in Zukunft nicht mehr für bessere Brennprogramme, sondern für bessere Haftbedingungen einsetzen."
- Oliver Trettin, Geschäftsführer Bundesverband Audiovisuelle Medien e.V. FAM GmbH
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