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Donnerstag, 22.02.2007

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Raubkopien unter die Lupe genommen!
Raubkopien unter die Lupe genommen!
Zwei Drittel aller Kinofilme online verfügbar/ Auch deutsche Produktionen stark betroffen/ Digitales Wasserzeichen könnte internationaler Standard werden

(Berlin, 12. Juli 2005) Wann sind Filme online verfügbar? Sind erfolgreiche Filme stärker betroffen, als weniger erfolgreiche? Woher stammen Bildmaterial und deutscher Ton? Fragestellungen auf die es für Deutschland bislang kaum Antwort gab. In der „Available-for-Download (AfD)-Studie“ wurde jetzt erstmals von Partners 4 Management (P4M) und der RWTH Aachen eine unabhängige Studie erstellt, deren Ziel es war, neutral und methodisch aussagekräftige Fakten zum Thema Film-Raubkopien zu sammeln. Unter anderem wurden betroffene Inhalte und Genres evaluiert, aber auch die Quellen für Bild und Ton genauer analysiert. Zusätzlich stehen für die Filmwirtschaft Sicherheitsvorkehrungen wie das digitale Wasserzeichen weiterhin im Fokus, das vom Fraunhofer-Institut für Integrierte Publikations- und Informationssysteme im Auftrag der deutschen Filmwirtschaft weiter entwickelt wurde und nun internationaler Standard werden könnte.

Online Film-Raubkopieren transparent gemacht: Die Studie von P4M und der RWTH Aachen. Am Anfang stand der Wunsch mit gängigen Mythen aufzuräumen, beispielsweise sollte überprüft werden, ob tatsächlich ausschließlich aufwändige Hollywood-Produktionen betroffen sind oder nur große Produktionen mit einer hohen Anzahl von Startkopien. In der AfD-Studie wurden alle Kinofilme mit Start in deutschen Kinos zwischen Oktober 2004 und März 2005 erfasst und untersucht. Wolfgang Greipl, Mitinitiator der AfD-Studie und Geschäftsführer von P4M, erklärt hierzu: „Zum Finden der Raubkopien im Internet wurden alle relevanten Portale und Tauschbörsen untersucht. Hierbei wurden auch „neuere“ Verbreitungswege wie Exeem, BitTorrent, und News Server konsequent berücksichtigt, was eine präzise Erfassung und Beurteilung der Raubkopien im Internet ermöglichte.“ Die Ergebnisse sind deutlich: 2/3 aller Kinofilme sind online verfügbar. Von diesen können 1/3 bereits vor dem offiziellen Kinostart, 1/3 am Eröffnungswochenende und der Rest in den nachfolgenden Wochen downgeloadet werden. Auch die Annahme, dass nur US-amerikanische Filme betroffen sind, widerlegt die AfD-Studie. Grundsätzlich sind alle Herkunftsländer von Raubkopien betroffen.  Dabei waren US-amerikanische Filme zu 94 % und Filme deutscher Herkunft zu etwa 40 % online verfügbar. Danach erst folgen Produktionen aus Großbritannien. Interessant: Filme mit mehr als 500.000 Zuschauern am Eröffnungswochenende stehen in der Regel erst nach Kinostart zur Verfügung, Filme mit weniger als 100.000 Besuchern am Eröffnungswochenende können dagegen meist deutlich vor Kinostart bereits im Internet downgeloadet werden. Noch klarer wird das Bild im Abgleich mit der Anzahl der Startkopien: Unabhängig von ihrem Herkunftsland sind Filme mit mehr als 100 Startkopien faktisch immer online verfügbar und Filme mit 30 -100 Startkopien in 2/3 aller Fälle. Selbst sehr kleine Produktionen mit weniger als 30 Startkopien sind knapp zur Hälfte betroffen. Dabei kann vom Filmverleih Einfluss genommen werden, wann Filme online verfügbar sind: Besonders sicherheitsbewusste Verleiher schaffen es – beispielsweise durch verschärfte Sicherheitsvorkehrungen, strengere Previews, kein Versenden von Jury-/Presse-DVDs – die Online-Präsenz ihrer Filme bis nach dem Kinostart herauszuzögern. Andere Verleiher finden dagegen bis zu 2/3 ihrer Filme vor Kinostart im Internet. Dabei ist die Qualität der Downloads als durchaus „gut“ einzustufen. Das Bildmaterial stammt zu 41 % von Pressevorführungen oder Jury-Versionen („Screener“), bei ca. der Hälfte der Filme wird als Bildmaterial eine DVD aus einem anderen Sprachraum verwendet. Beim deutschen Ton der ersten „Online-Versionen“ dominiert mit  2/3 aller Fälle der Mikrophonmitschnitt im Kino. Bei 1/3 der Raubkopien stammt der Ton von einer störungsfreien Tonquelle („Line“), beispielsweise im Autokino aufgenommen oder direkt von der Tonanlage im Kino abgenommen.

Wolfgang Greipl fasst zusammen: „Mit der vorliegenden AfD-Studie ist esuns gelungen, das Thema Film-Raubkopien in Deutschland erstmals in vollem Umfang transparent zu machen. Die Ergebnisse belegen ganz klar: Das Thema Filmraubkopien ist nach wie vor relevant.“

Digitales Wasserzeichen
Ein Grund mehr, das digitale Wasserzeichen weiter voranzutreiben. Das Fraunhofer-Institut für Integrierte Publikations- und Informationssysteme forscht im Auftrag der deutschen Filmwirtschaft mit Unterstützung durch die Filmförderungsanstalt an einem optimierten Verfahren zur Rückverfolgung der Quelle bei gefundenen Raubkopien. Besonderer Vorteil des digitalen Wasserzeichens:  Es können neue automatisierte Suchprogramme entwickelt werden, die ein permanentes Scanning des Internets ermöglichen. Dabei ist die Forschung mittlerweile so ausgereift, dass ein Einsatz des Wasserzeichens internationaler Standard werden könnte. Insbesondere wurde getestet, ob das Wasserzeichen hörbar ist. Ergebnis: Selbst an leisen Stellen des Films ist dies nicht der Fall. Bei den Tests zeigte sich zudem, dass sich das digitale Wasserzeichen äußerst robust sowohl bei digitalen als auch analogen Testaufnahmen und auch bei verschiedenen Komprimierungsverfahren zeigte. Getestet wurde in den unterschiedlichsten Aufnahmesituationen, beispielsweise im Kino. Ergebnis: Die Technologie funktioniert einwandfrei. Nun soll geprüft werden, wie eine effektive internationale Infrastruktur zur koordinierten Suche aufgebaut werden und die Einbindung filmtechnischer Betriebe optimal erfolgen kann. „Wir gehen davon aus, dass es schon sehr bald gelingen wird, das Verfahren breit einzusetzen und damit die Aufklärungsquote für Raubkopien weiterhin stark zu steigern.“ sagt Johannes Klingsporn, Geschäftsführer des Verbandes der Filmverleiher (VdF e.V.).

Die Pressemitteilung können unter Presse abgerufen werden. Weitere Informationen zur Available-for-Download (AfD)-Studie von P4M und der RWTH Aachen erhalten Sie über Wolfgang Greipl unter +49 89 790783-0 oder unter www.p4m.de.



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"Raubkopierer sollten sich in Zukunft nicht mehr für bessere Brennprogramme, sondern für bessere Haftbedingungen einsetzen."
- Oliver Trettin, Geschäftsführer Bundesverband Audiovisuelle Medien e.V. FAM GmbH
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