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Künstler fordern mehr Schutz für ihre Rechte
Künstler fordern mehr Schutz für ihre Rechte
24. April 2008

Der von der World Intellectual Property Organization (WIPO) ins Leben gerufene „Welttag des geistigen Eigentums“ am 26. April bietet jedes Jahr aufs Neue Anlass für zahlreiche Aktionen zur Verbesserung des Schutzes von geistigem Eigentum. In diesem Jahr beteiligten sich rund 200 Künstler an einer Anzeigenkampagne, die die Bundeskanzlerin zu mehr Engagement zum Schutz der Urheberrechte aufforderte.

Namhafte Filmemacher und Schauspieler wie Til Schweiger und Detlev Buck, Musiker wie Udo Lindenberg und die Teenie Band Tokio Hotel beteiligten sich neben der Moderatorin Barbara Schöneberger sowie Grand-Prix Urgestein Ralph Siegel und zahlreichen Verlegern an der deutschlandweiten Aktion. In einer ganzseitigen Anzeige wurde am Vortag des Welttages ein offener Brief in der Süddeutschen Zeitung, der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und der tageszeitung abgedruckt. Die Autoren begrüßen in diesem Brief den Welttag als Möglichkeit, öffentlich auf den Wert des geistigen Eigentums aufmerksam zu machen und weisen auf die anhaltenden täglichen Verletzungen des Urheberrechts von Künstlern hin. Besonders das Internet ist nach Ansicht der Verfasser Schauplatz der Rechtsverletzung. So seien allein 2007 in der Bundesrepublik mehr als 300 Millionen Lieder illegal aus dem Internet herunter geladen worden – zehnmal mehr als im selben Zeitraum legal verkauft wurden. Rund 70 Prozent des Internetverkehrs fallen nach Informationen der Verfasser auf Tauschbörsen, aus denen sich täglich Millionen von Internetnutzern bedienen. Da junge Künstler im Gegensatz zu etablierten Künstlern nicht von den Erfolgen früherer Tage zehren können, seien besonders diese von den Folgen der Internetpiraterie betroffen. Doch auch auf die Allgemeinheit wirken sich die illegalen Downloads durch Steuerausfälle und Arbeitsplatzverluste negativ aus. Vor dem Hintergrund dieser Zahlen loben die Verfasser das Engagement der Kanzlerin für die deutsche Industrie und gegen Produktpiraterie im Rahmen ihrer China-Reise. Gleichzeitig bitten sie jedoch gemeinschaftlich um mehr Aktivitäten zum Schutz von Urheberrechten im eigenen Land. Da die individuelle Verfolgung der Rechtsverletzung keine dauerhafte Lösung sein könne, wird auf Frankreich und Großbritannien hingewiesen – beide Länder, gelten als Pioniere im Kampf gegen illegales Filesharing. Während Frankreich bereits ein entsprechendes Gesetz verabschiedet hat, soll auch in Großbritannien ab 2009 gesetzlich festgeschrieben werden, dass Indernetprovider Nutzern bei mehrfachem Urheberrechtsverstoß im Internet den Zugang zum weltweiten Datennetz sperren sollen.

Weitere Informationen:
http://www.heise.de/bilder/106992/0/1
http://www.heise.de/newsticker/Offener-Brief-Bundeskanzlerin-soll-Kuenstlerrechte-schuetzen--/meldung/106992




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