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(Berlin, im April 2004) Meldungen über Aktionen gegen Raubkopierer liest man
mittlerweile fast so häufig wie den Wetterbericht. Während wir uns der
Wetterlage entsprechend immer luftiger kleiden, müssen sich Raubkopierer auch
weiterhin warm anziehen. Wie empfindlich kalt ihnen der Wind entgegenschlagen
kann, zeigt die am 21. April 2004 vom FBI und dem US-Justizministerium in elf
Ländern durchgeführte Razzia gegen Raubkopierer.
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Die als Operation Fastlink durchgeführte Aktion ist nach Angaben des
Ministeriums das "weit reichendste und aggressivste" Vorgehen gegen
Produktpiraterie im Internet gewesen, das jemals stattgefunden hat. Innerhalb
von 24 Stunden fanden mehr als 120 Hausdurchsuchungen in elf Ländern statt. Zu
diesen Ländern gehören neben den USA auch Deutschland, Belgien, Frankreich,
Dänemark, Ungarn, Israel, die Niederlande, Singapur, Schweden und
Großbritannien. Ins Netz gingen den Fahndern etwa 100 Personen, die zum Teil
als führende Köpfe verschiedener Raubkopierer-Banden enttarnt werden konnten.
Im Visier der Fahnder standen Software-, Musik- und Film-Raubkopierer aus so
genannten "Warez Release Groups". Schwer getroffen wurden bei dieser Aktion die
in der Szene gut bekannten Gruppen wie Fairlight, Kalisto, Echelon, Class und
Project X und APC. Ihr Ziel: illegal kopierte Produkte ins Internet zu stellen
und weltweit zum Download anzubieten. Als "Versorgungsquelle" deponieren sie
die Kopien auf Warez-Servern. Ausgewählte User ziehen sich die Kopien runter
und verteilen sie über weitere Tauschbörsen. Die Strukturen dieser Gruppen
muten laut den US-Ermittlern mafios an: Die Mitglieder sind stark hierarchisch
organisiert und die hochrangigen Köpfe rekrutieren regelmäßig neue Mitglieder.
Die Gruppen sind sich der Illegalität ihres Treibens durchaus bewusst. Die
Ermittler bekamen einen guten Einblick in die raffinierten technischen
Sicherheitsmaßnahmen, die die Gruppen benutzen, um von den Fahndern nicht
erwischt zu werden.
Die jüngste Aktion macht allerdings unmissverständlich klar: Niemand kann sich
im illegalen Raubkopie-Netzwerk sicher fühlen. Insgesamt wurden mehr als 200
Computer, darunter 30 Server, die als Verteilstation für tausende Raubkopien
dienten, beschlagnahmt. Allein auf einem Server in den USA seien 65.000
verschiedene gestohlene Titel gefunden worden. Der Wert der sichergestellten
Musik-, Software- und Filmkopien wird auf 50 Millionen Dollar geschätzt, so die
Behörden. Über etwaige Festnahmen wurden bis zum jetzigen Zeitpunkt noch keine
Angaben gemacht.
Die Erfolgsmeldung beinhaltet aber auch eine weitere Nachricht an die
Raubkopierer, die sie Ernst nehmen sollten: Niemand wird mehr durch
geografische Grenzen geschützt sein. War die Mitte März erfolgreich
durchgeführte Durchsuchungsaktion "nur" auf Deutschland konzentriert, ist die
jüngste Aktion ein Vorgeschmack auf das weltweit koordinierte Vorgehen gegen
Raubkopien.
Die internationale Zusammenarbeit der Raubkopie-Fahnder ist zwingend notwendig.
Nicht nur weil die illegalen Produkte in erster Linie über das Internet
vertrieben werden, und somit an keinen Grenzen halt machen. Sondern auch, weil
Raubkopien ein globales Problem darstellen, das die Wirtschaft in allen
betroffenen Ländern schädigt. Wie gut diese Zusammenarbeit heute funktioniert,
hat die Operation Fastlink auf eindrucksvolle Weise bewiesen.
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"Wenn Ideen nicht geschützt werden, lohnt es nicht mehr, welche zu haben." |
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- Dr. Andreas Kramer,
Geschäftsführer Hauptverband Deutscher Filmtheater e.V. |
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